Dodo

Dodos einzigartiges Success Club Studio an der Pfingstweidstrasse wird es bald nicht mehr geben. Die Abrissbagger stehen bereit. Um so schöner ist Dodos Abschiedsgeschenk: Ein geniales Duett-Album mit Freunden, Weggefährten und all denjenigen Künstlern, die er in den letzten 7 Jahren produziert hat. 

Dodos neustes Album hat ein zeitloses Konzept und einen zeitbedingten Anlass: Das Success Club Studio, der Ort an dem so viele CH-Hits und Höhenflüge der letzten Jahre produziert wurden, muss in absehbarer Zeit umziehen. Bald fahren die Bagger auf und schaufeln sich durch diese Räume voller Erinnerungen. Hier, in den ehemaligen Stallungen der Welti Furrer AG, entstanden drei von Dodos eigenen Alben, diejenigen von Steff la Cheffe und auch diejenigen von Lo & Leduc. Sogar Nemos aktuelle EP, derzeit in aller Munde, wurde im Success Club Studio produziert. Mitmieter der Räumlichkeiten sind keine geringeren als Dabu Fantastic. James Gruntz, Marc Sway und viele mehr arbeiteten hier und nahmen in der Pfingstweidstrasse ihre Songs auf.

Ohne legendäre Studios, keine legendären Songs. Ohne Studio One kein Bob Marley, ohne Hitsville Recordings Studios kein Michael Jackson und ohne die Abbey Road Studios keine Beatles. Es braucht diese Orte, an denen geniale Musiker auf ebenso geniale Produzenten treffen. Auch Dodos Success Club Studio war sieben Jahre lang so ein Ort. Songs wie „Ha Ke Ahnig“ von Steff la Cheffe, „Jung Verdammt“ von Lo & Leduc und Dodos „Hippie-Bus“ kletterten von hier aus direkt in die CH-Singlecharts. Dodos einzigartige Sound-Werkstatt war das Epizentrum der jungen CH-Musikszene. Mehr noch: Es war Refugium und Labor, Notunterkunft und Volksküche, Hitfactory und Wohlfühlzone.

Und so ist es auch auf Dodos neustem Duettalbum „Pfingstweid“. Wo Success Club Studio drauf steht, da ist Dodo drin, mit Leib und Seele, mit Freundschaft, Spass und Perfektion. Dieses Konzeptalbum bildet nicht nur einen Schlussstrich unter einer äusserst kreativen Ära, sondern zeigt vor allem auch Dodos Zauberkünste als Produzent auf. Da ist einer am Werk, der besessen ist vom perfekten Song. Alle seine Talente als Ideengeber, Songwriter, Arrangeur, Soundtüftler und Alchemist vereinen sich hier zu einer Harmonie voller Glück und Genialität. An Dodos Seite treffen wir dann auch die wichtigsten Protagonisten dieser hochproduktiven Künstler-WG wieder. Steff la Cheffe, Lo & Leduc, Dabu Fantastic, Marc Sway, Nemo, Rita Roof, De Luca und Carla Puccini. Auf der Produzentenseite: Dodos Mitstreiter Marco Jeger „Big J“ aus Berlin und Maurice Könz alias „Dr. Mo“ aus Bern.

Dieses Zusammenspiel zwischen Dodo und seinen musikalischen Gästen wird bei jedem Hören der 11 Songs spannender: Es sind nicht einfach Duette, in denen zwei Stimmen miteinander sprechen, es sind Liebeserklärungen an einen Ort und ein besonderes Lebensgefühl. Die Lieder handeln von Abschied und Aufbruch, von jenem besonderen Moment, wo alles in der Schwebe und das Leben wieder mal einen Baustelle ist. Und natürlich geht es dabei auch um den „altä Fründ“, die geschichtsträchtigen Studioräumlichkeiten. Dort wo sich Abschiedsmelancholie in die Lyrics einschleicht, helfen fette Bässe, gut gelaunte Horns, coole Riffs und die legendären Pfingstweid-Vibes drüber hinweg. Dabei sorgen Dodo der Produzent, mit Hilfe von „Big J“ und „Dr.Mo“ dafür, dass Dodo der Sänger in die Moods und Feelings seiner Studiogäste eintaucht, sie aufnimmt und weiterspinnt.

Wer spüren will, wie viel Inspiration dieser Ort und sein Mastermind verbreitet haben, kann gleich mit „Hardbrücke (Dodo featuring Rita Roof) einsteigen: „Ich stanä a dä Hardbrugg. Und drehiä all die Jahr zrugg.“ Was von diesen Jahren bleibt, sind intensive Erinnerungen und Songs für eine ganze CH-Generationen. „Und für das dank ich dir…“ so verneigt sich Dodo am Ende dieser gefühlsstarken Reggae-Ballade vor seinem Studio. Auch das wuchtige Duett „Siebte Jahr“ mit Steff la Cheffe thematisiert das Dilemma zwischen Abschied und Aufbruch. Dabei gibt es für Traumfänger wie Dodo nur eins: „Ich la mich in Strudel zieh.“ Und wie immer, wenn sich Dodo reinziehen lässt: Er taucht mit funkelnden Song-Schätzen wieder auf. Dodos Song mit Nemo („Singer“) bringt es auf den Punkt: „Jede macht, was er cha.“ Und Dodo macht das, was er cha, sehr sehr gut – egal ob an der Pfingstweidstrasse oder sonst wo.